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Freitag, 4. Mai 2012

EHEC-Krise ein Jahr danach

Ein Newsletter von Foodwatch hier veröffentlicht:


ein Jahr nach der EHEC-Krise im Frühjahr 2011 hat die Bundesregierung eine bemerkenswerte Bilanz gezogen: Die größte je in Deutschland bekannt gewordene EHEC-Epidemie sei "erfolgreich bewältigt" worden, schwärmten die Minister für Gesundheit und Verbraucherschutz, Daniel Bahr (FDP) und Ilse Aigner (CSU) gestern in einer gemeinsamen Presseerklärung. Und lobten in den folgenden Zeilen, wie in ägyptischen Bockshornklee-Samen "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" die Ursache der Epidemie ermittelt worden sei und wie sich die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern "vom Beginn des Ausbruchsgeschehens an bewährt" habe.
Was die Bundesregierung hier auftischt, ist ein klarer Fall von Geschichtsklitterung! Weder ist der EHEC-Ausbruch aufgeklärt, noch wurden die Schwachstellen in Lebensmittelüberwachung und Infektionsschutz offen analysiert, geschweige denn behoben. Das ist die ungeschminkte Bilanz der EHEC-Krise.

Vor einem Jahr haben wir all die vielen Anfragen von Ihnen, liebe foodwatch-Interessierte, und von Medien zum Thema EHEC abgesagt. Zu unsicher war die Informationslage, zu wenig eigene Erkenntnisse hatten wir, um Fundiertes zur Diskussion beitragen zu können. Wir versprachen Ihnen aber damals, mit zeitlichem Abstand eine ausführliche Analyse vorzulegen. Diese haben wir heute, ein Jahr nach dem Ausbruch, unter dem Titel "Im Bockshorn" veröffentlicht:

foodwatch-Analyse zu EHEC

Mit unserem 29-seitigen Bericht können wir nachweisen, dass die Bundesregierung das EHEC-Geschehen und die Arbeit der Behörden in ein falsches Licht rückt. So hat zu Beginn der Epidemie Anfang Mai 2011 weder das Frühwarnsystem funktioniert noch die behördliche Zusammenarbeit: Am 23. Mai, als sich bereits 3.500 Menschen und damit 90 Prozent aller Erkrankten infiziert hatten, lag dem zuständigen Robert-Koch-Institut erst eine einzige Erkrankungsmeldung vor. Die - jetzt als besonders effektiv gelobte - Bund-Länder-Task-Force wurde am 3. Juni eingesetzt und konnte damit in Wahrheit kaum noch Einfluss auf den Verlauf der längst abgeschwächten Epidemie nehmen. Die erste öffentliche Warnung vor Bockshornklee-Sprossen erfolgte in Niedersachsen am 5. Juni, bundesweit erst am 10. Juni.

Auch die nun als quasi-erwiesen verbreitete These, dass der EHEC-Erreger über verunreinigte Bockshornklee-Samen aus Ägypten importiert und über einen Bio-Sprossenerzeuger im niedersächsischen Bienenbüttel verbreitet wurde, ist zwar denkbar, aber alles andere als belegt. Sie stützt sich auf nur rund 300 der mehr als 3.800 Erkrankungsfälle. Die Übersicht über alle Fälle hat die von der Bundesregierung eingesetzte "Task Force EHEC" nie veröffentlicht. Warum?

Gerade einmal 75 von 15.000 Kilogramm der mutmaßlich kontaminierten Samen-Chargen aus drei ägyptischen Farmen - also 0,5 Prozent - wurden an den Bienenbütteler Sprossenhof geliefert. Offen ist, weshalb die an viele andere Händler verkauften Samen derselben Chargen nicht zu EHEC-Infektionen führten. Schließlich konnte der Erreger weder auf den betroffenen Samen noch auf den ägyptischen Farmen je nachgewiesen werden. Mit der Festlegung auf die unbewiesene Ägypten-These aber wird vermittelt, der Fall sei gelöst und die Ursache des Problems liege im fernen Ägypten. Tatsächlich ist völlig unklar, woher der Erreger kam und ob er wieder virulent werden kann.

Die Behörden haben auch das bekannte, von rohen Sprossen ausgehende mikrobiologische Risiko unterschätzt. So stuften die niedersächsischen Behörden den Hof in Bienenbüttel als "Gartenbaubetrieb" ein und nicht als Lebensmittelhersteller - mit der Folge, dass er niedrigeren Hygienestandards und weniger strengen Kontrollen unterworfen war.

Die Krise "erfolgreich bewältigt", "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" die Ursache ermittelt, "bewährte" Behördenzusammenarbeit "vom Beginn des Ausbruchsgeschehens an"? Machen Sie sich selbst ein Bild und lesen Sie mehr in unserer Analyse:

foodwatch-Analyse zu EHEC als pdf zum Download!

Klicken Sie sich rein,

Ihr foodwatch-Team

Donnerstag, 28. April 2011

Dein Geld-deine Wahl-Mitreden

Rund 60 Milliarden Euro vergibt die EU an Argrar-Subventionen und wer jetzt denkt das die Landwirte in Europa und auch in Deutschland ein Menge Geld bekommen der irrt Gewaltig.
Ab kassieren im großem Still tun Firmen, die nachweißlich Gewinne erzielen und keine Unterstützung brauchen, wie Nordmilch, Südzucker, Bayer, RWE.
Nordmilch erwirtschaftet 2009 einen Umsatz von 1,9 Milliarden und bekam 9 Millionen an Subventionen.
Südzucker erhielt 2,7 Millionen bei einem Gewinn von 6 Milliarden. Einer der größten Schlachthofbetreiber Vion bekam 1,9 Millionen sein Mitbewerber Gausepohl 1,4 Millionen.
Konzerne kassieren Millionen, der durchschnittliche Landwirt wird mit Kleckerbeträgen abgespeist. Das ist der Skandal das der Bauer der die Felder bewirtschaftet und sich mit Landschaftspflege beschäftigt im Verhältnis dazu nur Kleingeld bekommt. 2013 werden die Subventionen neu vergeben und schon jetzt werden darüber Verhandlungen geführt. mehr Infos unter www.meine-landwirtschaft.de  Denn fragen wie: Woher kommt unser täglich Brot, woher stammen Wurst, Müsli, Käse, Gemüse, Obst und Fleisch? Wie werden sie produziert?  sollte sich jeder stellen und auf dieser Seite kann man mitreden und mit bestimmen.

Montag, 18. April 2011

EU- Agrarreform 2013 Jetzt Mitbestimmen.

Landwirtschaft geht uns alle an: als Eltern, Kunden, Köche, Tierfreunde, Naturgenießer, Erzeuger, Landwirte, Umwelt- und Klimaschützer.

  •  EU- Agrarreform 2013 JETZT mitgestalten
Ab 2013 wird die EU Agrarpolitik neu verhandelt.
Wie genau diese gestaltet werden soll, verhandelt die Europäische Kommission schon jetzt mit den Mitgliedsländern. 
Hier entscheidet sich, wie unsere Landwirtschaft in Zukunft aussehen wird: Industriell oder ökologisch und bäuerlich. Die Agrar-Reform der EU ist eine entscheidende Weichenstellung für Klimaschutz, Artenvielfalt, Wasser- und Bodenqualität, regionale Entwicklung, Tierschutz, und Gesundheit.
Diese Frage soll nicht den Lobbyisten überlassen werden.
Auf http://www.meine-landwirtschaft.de/ kann man wählen wofür dein Geld verwendet werden soll.
56 Milliarden Euro pro Jahr zahlen Europäische Steuerzahler heute in den Topf der Agrarpolitik der EU. Das macht rund 100 Euro pro Kopf.
  • Wofür willst du deine 100,-Euro in Zukunft einsetzen?
  1. für regionale Vielfalt 
  2. für besseren Klimaschutz
  3. für bäuerliche Landwirtschaft
  4. für echten Tierschutz 
  5. usw.........
Mitmachen ist auch hier wichtig.

 

 

Dienstag, 5. April 2011

Markt des guten Geschmacks!!

Die Slow Food Messe in Stuttgart vom 14.-17. April ist der Markt des guten Geschmacks. Ich kann nur jedem Empfehlen dort hin zu gehen.


Mehr als 300 Aussteller präsentieren auf der Slow Food Messe Stuttgart ihre Produkte, die den Slow-Food-Kriterien gut, sauber und fair entsprechen. Obst und Gemüse, Fisch, Fleisch, Schinken und Wurstwaren, Feinkost, Öle, Essige, Senfe und Kräuter, Schokoladen und Getränke aller Art bilden einen Marktplatz des außergewöhnlichen Geschmacks.

Ein fester Bestandteil der Slow Food Messe Stuttgart ist das Seminar- und Vortragsprogramm. Abgerundet wird die Veranstaltung durch ein Rahmenprogramm.